Im Februar 2026 stellte die Stadt Weimar die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vor. Auch wir von der Energiegenossenschaft Ilmtal eG waren vor Ort und haben die Präsentation verfolgt sowie Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern geführt.
Warum eine kommunale Wärmeplanung?
Die Wärmeversorgung verursacht einen großen Teil der CO₂-Emissionen einer Stadt. In Weimar basiert sie derzeit noch überwiegend auf fossilen Energieträgern: Rund 95 % der Wärme werden aktuell aus Erdgas erzeugt.
Die Herausforderung besteht darin, diesen Ausstoß bis zum Jahr 2045 auf null zu reduzieren. Die kommunale Wärmeplanung soll dabei helfen, die richtigen Strategien und Prioritäten festzulegen. Sie gibt Orientierung, aber keine direkten Vorgaben für einzelne Gebäude. Beispielsweise, wo Wärmenetze sinnvoll sind und wo dezentrale Lösungen besser geeignet sind.
Zentrale Ergebnisse für Weimar
Die Analyse zeigt ein relativ klares Bild für die zukünftige Wärmeversorgung:
- Die Innenstadt und dicht bebaute Bereiche bieten gute Voraussetzungen für Fern- und Nahwärmenetze. Hier wird der Ausbau der bestehenden Netze voraussichtlich eine zentrale Rolle spielen.
- In Randbereichen und Ortsteilen werden häufig individuelle Lösungen wie Wärmepumpen die wirtschaftlichere Option sein.
Erneuerbare Wärmequellen der Zukunft
Die Potenzialanalyse zeigt verschiedene Möglichkeiten, erneuerbare Wärmequellen stärker zu nutzen, darunter:
- Freiflächen (Solarthermie, Geothermie, Solar/PV)
- große Wärmespeicher
- Wärmepumpen
- Abwärme aus der Kläranlage Tiefurt
Gleichzeitig wird deutlich: Wasserstoff wird voraussichtlich keine relevante Rolle für die Wärmeversorgung spielen, da er dafür zu teuer und zu knapp verfügbar ist.
Wie es jetzt weitergeht
Ein wichtiger Teil der Umsetzung ist die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb sieht der Maßnahmenplan der Wärmeplanung ausdrücklich Formate vor, um über Möglichkeiten der Wärmeversorgung zu informieren und lokale Initiativen zu begleiten. Hier können auch wir als Energiegenossenschaft eine Rolle spielen. So wurde bereits geplant, die Ergebnisse der Wärmeplanung in den einzelnen Ortsteilen vorzustellen.
Die Idee ist, dass die Stadt Weimar den jeweiligen Teil der kommunalen Wärmeplanung für den Ortsteil vorstellt. Ein Energieberater zeigt mögliche individuelle Lösungen auf, zum Beispiel Wärmepumpen oder energetische Sanierungen und die Energiegenossenschaft erklärt, welche gemeinschaftlichen Lösungen möglich sind, etwa Bürgerbeteiligungen beim Bau neuer EEG-Anlagen.
So können Informationen aus der Planung direkt mit konkreten Handlungsoptionen für Eigentümerinnen und Eigentümer verbunden werden.
Wir freuen uns auf die nächsten Schritte.
Hier geht’s zur Energiegenossenschaft Ilmtal eG.

